„Grünbuch“ und „Weißbuch“ Energieeffizienz

aufgeschlagenes Gruenbuch oder Weissbuch

„Grünbuch“ und „Weißbuch“ Energieeffizienz

In Deutschland wurden in den vergangenen Jahren bereits gute Fortschritte bei der Senkung des Energieverbrauchs erzielt. Jedoch muss dieses Tempo noch gesteigert werden und die bestehenden Effizienzpotenziale noch besser genutzt werden.

Deshalb legte das BMWi mit dem „Grünbuch Energieeffizienz“ Thesen, Analysen und Leitfragen zu den zentralen Handlungsfeldern und Herausforderungen für die Stärkung der Energieeffizienz und des Energiesparens vor.

Der Fokus des Grünbuchs Energieeffizienz liegt auf der Frage, wie die Energieeffizienz in allen Sektoren weiter gesteigert werden kann.

 

Folgende Leitlinien wurden erarbeitet:

1. In allen Sektoren muss der Energiebedarf deutlich und dauerhaft verringert werden („Efficiency First“).

Deutschland hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt. Daraus folgt: Die Nutzung der fossilen Energieträger Öl, Kohle und Gas weitestgehend zu verringern. Der schnellste und direkte Weg zu diesen Zielen ist es, unseren Energieverbrauch durch Investitionen in Effizienztechnologien zu senken. Den verbleibenden Energiebedarf decken größtenteils erneuerbare Energien.

2. Direkte Nutzung erneuerbarer Energien.

Technologien wie Solarthermie, Geothermie oder Biomasse nutzen erneuerbare Energien direkt, ohne Umwandlung in Strom. Solar- und Geothermie werden insbesondere für die Heizung und Klimatisierung von Gebäuden sowie die Bereitstellung von Warmwasser genutzt. Wenn der Einsatz dieser Technologien aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen nicht sinnvoll ist, kommt dort EE-Strom zum Einsatz. Biomasse spielt vor allem in der Industrie (zum Beispiel in Produktionsprozessen) und im Verkehr (zum Beispiel im Flugverkehr) eine wichtige Rolle. Für feste Biomasse gilt das auch für den Gebäudebestand. Biomasse ist universell einsetzbar, aber knapp. Daher wird sie gezielt dort genutzt, wo Solar- oder Geothermie sowie Wind- und Sonnenstrom nicht sinnvoll einsetzbar sind.

3. Erneuerbarer Strom wird für Wärme, Verkehr und Industrie effizient eingesetzt (Sektorkopplung).

Den Energiebedarf, der aus volkswirtschaftlichen oder anderen Gründen trotz Effizienzmaßnahmen und der direkten Nutzung erneuerbarer Energien verbleibt, deckt Strom aus Wind und Sonne – vorrangig durch Technologien, die mit wenig Strom viele fossile Brennstoffe ersetzen (zum Beispiel in Wärmepumpen und elektrischen Fahrzeugen) oder ihn in andere Energieträger wie Wasserstoff (Power-to-gas) umwandeln.

Mit dem ‚Grünbuch Energieeffizienz‘ wurde ein Konsultationsprozess eingeleitet, an dessen Ende eine Strategie zur Senkung des Energieverbrauchs durch effiziente Nutzung von Energie in Deutschland stehen soll.

Nachdem der Konsultationsprozess abgeschlossen wurde, erstellte das BMWi einen Bericht zum Dialogprozess und den eingegangenen Stellungnahmen und Vorschlägen. Auf dieser Basis werden aktuell Schlussfolgerungen und Handlungsempfehlungen für eine mittel- bis langfristige Effizienzstrategie erarbeitet und diese in einem ‚Weißbuch Energieeffizienz‘ des BMWi gebündelt.

 

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